Dienstag, 29. Mai 2018

Alpensalamander


Heute ist ein richtiger Regentag. Uns gefällt das ja nicht so, anderen schon.

In einer Regenpause machen wir einen Spaziergang auf einer Höhe von rund 1000 Metern und treffen dort zu unserer Überraschung Dutzende Alpensalamander (Bergsalamander) auf dem Wanderweg an.






Zwei von uns dreien freuen sich sehr darüber!

Die wunderschönen schwarzglänzenden Tiere sind lebendgebärende Amphibien. Weil ihre Kiemen schon im Uterus zurückgebildet werden (die Weibchen haben zwei Uteri!) und die Jungen mit Lungen atmen, sind sie nicht auf Gewässer angewiesen.

Links:

In der Antike galt der Salamander als ausgesprochen giftig, nihil aconito distans. In der Naturalis Historia von Plinius dem Älteren (23-79 n.Chr.) liest man, er könne ganze Völker töten. Wenn er auf einen Baum kriecht, infiziert er alle Früchte mit Gift, und tötet die, die davon essen, mit kalter Kraft - nam si arbori inrepsit, omnia poma inficit veneno et eos, qui ederint, necat frigida vi. (nat. hist. XXIX, 24)

Dass die Salamander nur bei starken Regenfällen herauskommen - numquam nisi magnis imbribus proveniens - mag ja stimmen. Aber vieles, das Plinius schreibt, gehört in den Bereich der Mythen: „Seine Kälte ist so gross, dass er durch Berührung Feuer auslöscht, nicht anders als das Eis“. huic tantus rigor, ut ignem tactu restinguat non alio modo quam glacies. “Berührt sein milchiger Schleim, der aus dem Mund fliesst, irgendeinen menschlichen Körperteil, fallen alle Haare aus und die Berührungsstelle wird fleckig verfärbt“ - eiusdem sanie, quae lactea ore vomitur, quacumque parte corporis humani contacta toti defluunt pili, idque, quod contactum est, colorem in vitiliginem mutat. (nat. hist. X, 94)

In Wirklichkeit hilft das Gift, das die Salamander bei Gefahr aus Drüsen hinter den Ohren und am Rücken absondern, gegen ihre Fressfeinde. Für Menschen ist es ungefährlich, auch wenn es beim Kontakt mit Schleimhäuten brennen kann.

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